LinkedIn smart nutzen

LinkedIn. DIE Karriereplattform. Täglich erscheinen Tausende von Posts – inspirierend, educational, lustig. Doch hast DU schonmal etwas gepostet? Nein? Damit Du nicht Teil der 90 % an Nutzer:innen wirst, die niemals (!) in ihrem gesamten Leben etwas posten, hier 7 Tipps, wie Du bereits im Studium eine starke LinkedIn-Präsenz aufbauen kannst.
1. Schreibe DEINE Geschichte
Egal, was der Anlass ist, schildere immer Deinen ganz persönlichen Bezug dazu. Das wirkt authentisch, nahbar und verleiht dem Post etwas Einzigartiges. Denn niemand ist so wie Du, denkt wie Du, erlebt die Welt wie Du.
Dazu solltest Du zwangsweise IMMER aus der Ich-Perspektive schreiben und Deine Leser:innen mit Ihr/ Euch oder Du/ Dich ansprechen. Sie/Ihr wirkt oft zu distanziert. Ihr/ Euch ist ein guter Mittelweg, da Du einerseits den Fokus auf die ganze Community legst und etwas konservativeren Menschen mit dem direkten Du nicht auf die Füße trittst.
Statt also z. B. einfach nur zu schreiben, dass Du Dich freust, den Bachelor Biologie an der Universität Oldenburg angefangen zu haben, teile Deine Geschichte dazu. Folgende Fragen können Dir dabei helfen, Deinen Post lebhafter zu gestalten:
- Warum hast Du Dich für genau DIESEN Studiengang entschieden? Was macht ihn besonders? Was hat Dich überzeugt/ was gefällt Dir ganz besonders gut?
- Worauf freust Du Dich? Das können sowohl studientechnische Details wie z. B. ein hoher Forschungsanteil sein, als auch persönlichere, wie z. B. eine neue Stadt kennenzulernen, ein Auslandssemester zu machen, generell persönlich zu wachsen, internationale Bekanntschaften zu schließen etc.
- Warum hast Du Dich für genau diese Stadt entschieden? Was gefällt Dir besonders an ihr?
2. NIEMALS LinkedIn-Templates nutzen
Ein absolutes No-Go ist, die LinkedIn Bild-Templates für z. B. Abschlüsse, Berufs- oder Studienbeginne zu nutzen. Der typische gelbe Luftballon, das Törtchen mit der Kirsche oder die feiernden Personen. Es gibt nichts Unpersönlicheres! Verzichte daher auf diese nichtssagenden Vorlagen und nutze stattdessen echte, authentische Bilder. Du kannst Bilder aus dem Hörsaal aufnehmen, von Deiner Abschlussurkunde, Deinem Arbeitsplatz, einem Praktikum etc.
Zugegeben: manchmal fällt es schwer, ein gutes Bild zu knipsen. V.a. wenn man bestimmten Regularien durch die Arbeit oder Studium unterliegt (Intellectual Property etc.). Falls das auf Dich zutrifft, spreche Deine:n Vorgesetzte:n an. Schildere ihm/ihr Deine Situation und frage nach einem Kompromiss, mit dem Du ein Bild machen kannst, das in Einklang mit den Richtlinien Deiner Institution ist. Achte zudem bei Bildern mit anderen Personen auf den Datenschutz und verpixele sensitive Daten oder Gesichter.
3. Zeige Dich locker
Karriereplattform bedeutet nicht, dass alles todernst sein muss. Traue Dich auch mal lockere Studienevents, wie eine Stadtrallye, ein Fachschaftstreffen oder ein Sommerfest zu teilen. Natürlich solltest Du nicht sturzbesoffen auftreten, aber ein bisschen lässiger geht auch mal. Ebenfalls gut geeignet sind Socializing Events Deiner Universität oder andere kulturelle Veranstaltungen, z. B. Hochschulsportfeste. All das gehört zum Studienalltag und macht Deine Persönlichkeit authentischer. Achte aber darauf, ein Mini-Learning in jeden Post zu integrieren. Z. B. warum Fachschaften für die Hochschulkultur so wichtig sind.
4. Kontext, Kontext, Kontext
Gerade schon angeklungen: setze die Learnings Deiner Posts immer in einen Kontext. 5 Tipps für den Umgang mit Stress hat jeder schonmal irgendwo gelesen. Und das mit Sicherheit nicht nur einmal. Wenn Du aber nun z. B. Werkstudent:in in einem Auftragslabor bist und jeden Tag mehrere hundert Lebensmittelproben abarbeitest, weißt Du aus erster Hand, wie das Arbeiten unter Stress ist. Du wirst Strategien entwickelt haben, um selbst bei einem hohen Pensum verlässlich und möglichst stressfrei zu arbeiten. Setze zu Beginn des Posts Deine Erkenntnisse (also die Tipps zum Arbeiten mit Stress im Labor) in Deinen persönlichen Kontext (Du bist Werkstudent:in in einem Auftragslabor) und liste erst dann Deine Tipps (z.B. Pipettiertechniken). Das schafft die oft genannte Thought Leadership (sinngemäß zu dt. fachliche Expertise) und damit Vertrauen in Dein Wissen und Deine Tipps.
5. Starte stark
Wusstest Du, dass LinkedIn die Textvorschau nach den ersten ca. 45 Zeichen (entspricht 2-3 Zeilen) abschneidet? Nein? Na, dann bist Du nun gewarnt. Du musst nämlich innerhalb dieser ersten paar Zeilen richtig abliefern. Du brauchst einen starken Hook, solltest die Keymessage bereits andeuten und die Leser:innen neugierig machen. Ganz schön viel, nicht wahr? Eine gute Faustregel ist es, den Teaser kurz und einfach zu halten. KISS (keep it short and simple) – die Regel, die uns damals allen im Englischunterricht eingetrichtert wurde, gilt auch hier. Nutze kurze, einfache Sätze - möglichst emotional und spannend. Gerne auch mit Widersprüchen versehen. Wenn Du dann noch Keywords, wie Hacks/Tipps in Kombination mit Zahlen (7 Hacks für …) verwendest, hast Du die Aufmerksamkeit bereits auf Deiner Seite. Und denke wieder daran: persönlich! Bringe direkt Deine Sicht mit ein!
6. Kontinuität
Wie alle Social-Media-Plattformen lebt LinkedIn von aktiven User:innen. Was heißt das für Dich? Ganz einfach … sei aktiv! Poste mind. 1x die Woche. Du fragst Dich nun sicherlich, „worüber das denn?“. Nun auch aus dem Leben eines:r Student:in gibt es jede Menge zu berichten:
- Deine Meilensteine:
- Studienstart/-ende (einmalige Events)
- Auszeichnungen/Zertifikate (einmalige Events)
- Deine Learnings:
- Fortbildungen, Seminare, Praktika (sowohl im Studium als auch außeruniversitär), Nebenjob/ HiWi, u.v.m. (fortlaufende Erfahrungen)
- Dein Engagement:
- Ehrenamtliche Aktivität in Vereinen/ NGOs/ Hochschulwesen, Besuch oder Mitwirken von/ bei Vorträgen/ Messen o.ä. (einmalig/ fortlaufend)
Versuche bestimmte Ereignisse oder Lernprozesse immer wieder mit der „LinkedIn-Brille“ zu betrachten: Was habe ich gelernt? Was war herausfordernd? Was war besonders schön? Was davon will ich teilen?
Wenn Du gerade ein sehr interessantes Projekt am Laufen hast, denke Dir gleich mehrere Posts – aber mit unterschiedlichen Schwerpunkten (!) - dazu aus, die Du dann in gewissem Abstand posten kannst. So entlastest Du Dich in Content-armen Zeiten, ohne an Aktivität einbüßen zu müssen.
7. Hobbys? Welcome!
Auch Deine Freizeitaktivitäten dürfen auf LinkedIn ihren Platz finden. Besonders gut wird hier ein Post, wenn Du einen Link zwischen Privatem und Uni/Job ziehen kannst. Also z.B. warum Dir ein bestimmtes Hobby (Zeichnen) im Studium hilft (bei der Erstellung eigener Abbildungen). Manchmal darf es aber auch ganz simpel sein und muss keinen größeren Zweck erfüllen. Schließlich soll man sich auf LinkedIn auch mit Gleichgesinnten zusammenfinden. Da helfen einfache, private und besonders persönliche Geschichten.
Fazit
Du siehst also: Man muss kein Professor, berühmte Persönlichkeit oder Experte für Wasserstofftechnik sein, um auf LinkedIn posten zu dürfen. Selbst als Student:in kannst, darfst und solltest Du Deine Erfahrungen, Erkenntnisse und Entwicklung teilen. Traue Dich! Ich bin mir sicher, dass Du etwas zu erzählen hast!
Autorin

Carolin Krieger (M.Sc. Molecular Life Sciences) arbeitet heute als LinkedIn-Texterin. Im Zuge ihres Berufseinstiegs hat sie viel über die Karriereplattform gelernt und den ein oder anderen Tipp für Euch.