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Auslandssemester – Skandinavien

Du magst es etwas kühler und Schnee darf für Dich im Winter auch nicht fehlen? Dann könnte eines der skandinavischen Länder genau das richtige Ziel für Dein Auslandssemester sein!

Glasklare Seen, kulturreiche Städte und atemberaubende Winterlandschaften warten auf Dich!


Schweden

Umeå

Die btSlerin Lea Boten war für 4 Monate in Umeå und hat dort in den Wintermonaten ein Erasmus-Praktikum an der Universität gemacht. Umeå ist eine mittelgroße Stadt und zählt etwa 89.600 Einwohner:innen. Sie liegt im Norden von Schweden an der Mündung des Flusses Ume älv, ca. 30 min von der eigentlichen Ostseeküste entfernt. Die Hauptstadt Stockholm liegt fast 7,5 Autostunden südlich.

 

Zwischen Kino und Lagerfeuer

Laut Lea hat Umeå alles zu bieten, was ein Studentenleben erfüllt. Restaurants, Theater, Shoppingmöglichkeiten und Kinos. In Letzteren laufen viele Filme auf Englisch und zum Teil erscheinen sie auch früher als in Deutschland. Für Filmliebhaber, die gerne die englische Originalfassung sehen, genau das Richtige.

Naturverbundene kommen ebenfalls voll auf ihre Kosten. Nicht unweit vom Stadtzentrum gibt es wunderschöne Naturparks und Seen. In der Gegend gibt es auch zahlreiche ausgewiesene Plätze zum Lagerfeuer machen und Grillen. Diese sind gut gepflegt und an vielen öffentlichen Orten wird sogar kostenlos Feuerholz bereitgestellt. Wer jedoch an sonnigen Tagen, selbst im tiefsten Winter, ein Feuer entfachen möchte, muss schnell sein – die begehrten Plätze sind dann oft rasch belegt.

 

Die Schweden lieben es nämlich, draußen zu sein – selbst Temperaturen unter -10 °C schrecken sie nicht ab. Familien, Freunde und sogar die Kleinsten versammeln sich dann am Feuer, um die gemeinsame Zeit an der frischen Luft zu genießen.

Lust auf eine Runde Abfahrtsski nach der Arbeit? Auch das ist kein Problem. Umeå hat einen kleinen, schnuckeligen Hausberg samt Skilift – ideal für Anfänger:innen oder entspannte Skifahrer:innen. Auch Langläufer:innen kommen im Winter hier auf ihre Kosten, denn es gibt gefühlt unendlich viele präparierte Strecken. Skiprofis werden in den etwa eine Stunde entfernten Bergen fündig. Hier gibt es zwar keine klassischen Skigebiete, aber jede Menge Hänge und Tiefschnee zu erkunden und großartige Hütten und Grillplätze.

 

Bus und Rad

Umeå ist eine fahrradfreundliche Stadt. Fast alles lässt sich gut per Rad erreichen, aber auch die Busverbindungen sind regelmäßig und sehr gut. Allerdings empfiehlt es sich, für das Fahrradfahren im Winter in Reifen mit Spikes zu investieren – es kann schon mal glatt werden!

Eine Tram gibt es nicht und Studententickets (altersabhängig) sind nur für die Bahn verfügbar. Allerdings gibt es nur wenige Bahnverbindungen aus Umeå hinaus in den Norden nach Luleå oder in den Süden Richtung Stockholm. Die Verbindungen sind selten und die Strecken sowie die daraus resultierenden Fahrzeiten lang.

 

Bargeld? Nein, danke!

Was den weiteren Alltag betrifft, so berichtet Lea, dass Schweden das Bargeld bereits komplett abgeschafft hat. Ohne verschiedene bargeldlose Bezahlmöglichkeiten ist man in Schweden verloren. Ein PayPal-Konto oder eine Kreditkarte und andere digitale Bezahlmöglichkeiten sollten immer dabei sein. Theoretisch gibt es auch die Möglichkeit, ein inländisches Bankkonto aufzumachen, allerdings ist das nicht ganz so einfach. Wenn man eh nur eine absehbare Zeitspanne in dem Land verbringt, bieten sich alternative Bezahlmöglichkeiten eher an. Zum Beispiel ist es deutlich hilfreicher, sich eine inländische Telefonnummer zuzulegen. Dann kann man nämlich eine der beliebten Bezahlapps wie Swish oder Klarna benutzen.

Und wo wir schon beim Thema Geld sind … für Freunde von frischem Obst und Gemüse hat Lea leider schlechte Nachrichten: „Frische Sachen, wie zum Beispiel Salat, Tomaten etc., können unglaublich teuer sein, besonders im Winter. Die Zutaten für einen normalen Gartensalat mit Gurke, Tomate, Eisbergsalat können locker zusammen mal 13 – 15 € kosten – selbst beim Einkauf der Eigenmarken.“ Dafür hat sie positive Erfahrungen beim Drogerieeinkauf gemacht. Hier sind die Flaschen größer, aber preislich ähnlich zu den deutschen Drogerieprodukten.

 

Unvergessliche Momente

Auch wenn Lea während der Corona-Zeit in Schweden und daher die Reisefreiheit eingeschränkt war, hat sie dennoch viele tolle und lustige Erlebnisse gehabt:

1. Polarlichter

„Im Winter kann man dort gut die Aurora Borrealis sehen. Sehr zu empfehlen, leider habe ich den Abend mit den spektakulärsten Lichtern verschlafen.“

2. Schneeschuhwanderung

„Schneeschuhwandern mit Kollegen und dann Lagerfeuer bei -20 °C draußen. Mit der richtigen Kleidung kein Problem. Nur witzig war, als die Trinkflasche bei der 2-stündigen Wanderung vereist war. Ich empfehle, bei einem Winteraufenthalt eine Thermosflasche mitzunehmen, einfach nur damit das Getränk nicht einfriert.“

3. Zugeschneit

„Bei einem Winteraufenthalt sind gute Winterstiefel und ein Wintermantel ein Muss. Auch empfehle ich, vor Ort Spikes für die Schuhe zu kaufen. Wir hatten zwar sehr viel Schnee, aber für die Tage, an denen der vereist, sind die Spikes Gold wert. Ich hatte das Glück, im schneereichsten Winter seit Jahrzehnten dort zu sein. Wir hatten einmal über Nacht einen halben Meter bis Meter Schnee. Mir wurde mein Arbeitsweg an dem Tag frei gebaggert. Der Schnee wurde dann auf große Transporter verladen und aus der Stadt geschafft, weil dort bereits auf allen Flächen meterhohe Schneeberge aufgetürmt waren.“

Örebro

Unsere btSlerin Emelie Luise Fischer hat 2023 ein fast 10-wöchiges DAAD-Forschungspraktikum an der Universität Örebro absolviert. Örebro liegt etwa zwei Autostunden westlich von Stockholm. Die Stadt hat ca. 155.000 Einwohner:innen und die Uni zählt etwa 17.000 Studierende.

 

Fußball, Eishockey & Clubs

Laut Emelie gibt es in Örebro alles, was man braucht. Ein Kino, eine Konzerthalle, ein Fußballstadion (das auch als Eishockey-Arena genutzt wird), verschiedene Restaurants (mit Preisen vergleichbar mit denen in Deutschland) sowie genügend Geschäfte, wenn einen die Shopping-Laune packt. Daneben gibt es viele Bars und auch ein paar kleinere Clubs, die das Studentenleben abrunden. Allerdings schließen die Clubs um 2 Uhr. Nachteulen müssen sich also eine Partyalternative überlegen.

In der Stadt kann man sich super mit dem Bus oder E-Scootern fortbewegen. Die meisten Schweden bevorzugen allerdings das Fahrrad. Studententickets gibt es zwar auch, allerdings muss man dafür an einer schwedischen Hochschule eingeschrieben sein.

 

Smart einkaufen

Bei Schweden oder Skandinavien im Allgemeinen denken bestimmt viele zuerst an die (vermeintlich) deutlich höheren Preise. Warum vermeintlich? Nun, laut Emelie waren die Preise der meisten Lebensmittel je nach Produkt um ca. 10 – 20 % höher, allerdings waren einige Produkte erstaunlicherweise günstiger als in Deutschland. Eine allgemeingültige Aussage zu treffen, ist daher schwierig. Sicher kommt es hier auch auf die Essgewohnheiten an und ob man Produkte im Angebot kauft oder nicht.

Ganz anders sieht es allerdings bei Drogerieprodukten aus. Der erste wichtige Punkt hierbei: In Schweden gibt es keine klassischen Drogeriemärkte, wie wir sie aus Deutschland kennen. Drogerieprodukte kauft man im Supermarkt oder in der Apotheke. Die meisten Produkte kosten aber ungefähr doppelt so viel wie in Deutschland.

Zwischen Natur und Kultur

Bei Schweden denken die Meisten bestimmt an endlose Natur, gespickt mit Seen und Bergen. Schweden hat aber auch wunderschöne Städte, wie Göteborg, Stockholm oder Uppsala, zu bieten – die laut Emelie auch gut mit dem Zug erreichbar sind.

Emelies Top 3 Erlebnisse sind daher eine Mischung aus Naturausflügen und Städtetrips:

1. Blaubeeren sammeln

„Nachdem ich den Tag im Labor verbracht habe, bin ich mit einer kleinen Gruppe in den Wald, der direkt hinter der Uni liegt, um Blaubeeren zu sammeln. Obwohl uns die Mücken ziemlich genervt haben, war es total schön, einfach so mitten im Wald Blaubeeren zu pflücken. Unsere Hände sowie meine weißen Sneaker waren danach lila verfärbt.“

2. Ånnaboda-Naturreservat

„Ein Naturreservat direkt an einem wunderschönen See. Neben dem Holzsteg stand eine kleine Holzhütte in roter Farbe, die ja für Schweden so typisch sind. Bei bestem Wetter bin ich mit Freunden aus Deutschland, Spanien und Tschechien durch den Wald gewandert. Am Rande unseres Weges waren noch die letzten Blaubeeren zu sehen. Es war einfach genauso, wie man sich Schweden vorstellt.“

3. Städtereisen nach Göteborg & Stockholm

„Zwei Städte, die auf jeden Fall eine Reise wert sind. In beiden Städten war ich für jeweils ein Wochenende. Dort gibt es für jeden etwas. Zum einen das Stadtleben und zum anderen sehr viele Möglichkeiten, den Tag in der Natur zu verbringen oder in den verschiedenen Museen etwas über die Geschichte und die Kultur von Schweden zu lernen.“

 

Wie Du siehst, hat auch Emelie ihre Zeit in Schweden sichtlich genossen. Und um Dir jetzt noch mehr Lust auf das Land im hohen Norden zu machen, kommt hier unser ...

 

Schweden-ABC

Was so richtig typisch schwedisch ist und worauf Du Dich bei einem Aufenthalt im Land der Fjorde freuen kannst:

Datenschutz!

„Jede:r Einwohner:in in Schweden hat eine Personalnummer, über die der Name, die Adresse, das durchschnittliche Gehalt etc. von jeder beliebigen Person über eine Website abgerufen werden kann.“ – Emelie

Direkt und offen

„Die Menschen in Schweden sind freundlich, aufgeschlossen und sehr direkt. Sie teilen Dir sofort mit, wenn sie etwas stört. Gleichzeitig erzählen sie einem ungewöhnlich viel privates.“ – Emelie

Duzen

„In Schweden duzt man sich. Noch bevor ich meinen Betreuer persönlich kennengelernt habe, sollte ich ihn in meinen E-Mails duzen.“ – Emelie

Fahrradwege

„Die Fahrradwege in Schweden sind auch in kleineren Städten sehr gut ausgebaut.“ – Emelie

FIKA!

„Fika beschreibt die Unterbrechung einer Tätigkeit, um mit Freunden, Familie oder auch Kolleg:innen einen Kaffee zu trinken und sich auszutauschen. In dem Institut, in dem ich mein Praktikum hatte, haben sich die meisten Personen zweimal am Tag im Pausenraum auf einen Kaffee getroffen. Jeden Donnerstag wird ein Institutionen-übergreifendes Meeting mit Fika und einem gemeinsamen Frühstück verknüpft.“ – Emelie

Kaffee

„Die Schweden lieben ihre Kaffeepause und sie trinken viel Kaffee. In Cafés kann man sich fast immer den Kaffee kostenlos nachfüllen lassen. Verdienen tun die am Gebäck und da lohnt es, sich durchzuprobieren.“ – Lea

Lebensmittelpreise

„Man sollte sich darauf einstellen, dass man nach dem ersten Einkauf etwas geschockt ist.“ – Emelie

Mittagessen

„Haferflocken mit einem Stück Obst ist ein völlig normales Mittagessen. Ich habe über deren Haferflocken gelacht, sie über meine ach so typisch deutsche Stulle.“ – Lea

Süßigkeiten

„Traditionell kriegen die Kinder nur einmal die Woche am Samstag Süßes. An dem Tag dürfen sie sich eine Naschitüte im Laden zusammenstellen. Die Auswahl an der Süßigkeiten-Selbstbedienungstheke ist riesig.“ – Lea

 

Und zu guter Letzt gibt es hier noch exklusive Tipps von Emelie, was Du bei Deinem Aufenthalt in Schweden bedenken musst, um in keine Fettnäpfchen zu treten.

Dos: „Ehrlich sein, sich immer bedanken, an der Fika teilnehmen, aktiv zuhören und während eines Gespräches zwischendurch mit „Ja“ oder „Nej“ reagieren.“

Dont’s: „Laut und schrill sein, die Aufmerksamkeit auf sich ziehen, Kollegen ignorieren, mit etwas angeben.“

 

Fazit – kaltes Klima, warme Gastfreundschaft

Lea und Emelie haben ihre Zeit in Schweden sichtlich genossen. Besonders die vielen Ausflüge in die Natur waren ein echtes Highlight! Aber auch die schwedische Kultur mit Fika und Freundlichkeit hat es den beiden angetan.

Du bist ebenfalls gerne draußen unterwegs, magst Schnee und Kaffee? Worauf wartest Du dann noch? Der hohe Norden ruft!


Falls Du selbst btSler:in bist und von Deinem Auslandsaufenthalt auf unserem Blog berichten möchtest, dann schreibe eine Mail mit dem Betreff Karriereblog Auslandserfahrung an unsere AG Marketing. Wir freuen uns über jeden Erfahrungsbericht!

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Autorin

Carolin Krieger (M.Sc. Molecular Life Sciences) beschreibt ihr Auslandssemester in Belgien als die beste Zeit ihres Lebens. Für sie sind Auslandsaufenthalte, egal welcher Art und Länge, eine echte Lebensbereicherung. Unsere Ländersteckbriefe sollen Dir bei der Auswahl für Dein nächstes Auslandssemester/-praktikum helfen.

Folgende Personen haben ebenfalls mitgewirkt: Lea Boten, Emelie Luise Fischer