6 Tipps fürs Auslandssemester

Du stehst kurz vor Deinem (ersten) Auslandssemester und möchtest, dass es so richtig cool wird?
Wie Dein Auslandsaufenthalt ein echtes Highlight wird, verrate ich Dir mit diesen 6 Tipps.
1. Belege einen Sprachkurs
Sprache ist der Schlüssel zur Welt – auch im Zeitalter von ChatGPT, DeepL & Co. Eine Sprache zu lernen, hilft Dir nicht nur im Alltag vor Ort (Verkehrsschilder, Speisekarten, Small Talk). Nein, Du bringst damit Deinem Gastland auch einen gewissen Respekt entgegen. Belege also bereits im Voraus einen Sprachkurs und – wenn Du es zeitlich schaffst – auch während des Auslandsaufenthalts selbst. Lasse Dich dabei nicht von Perfektion ausbremsen. Du musst die Sprache nicht perfekt beherrschen. Grußformeln, Lebensmittel und einfache Fragen, wie „Wie geht’s Dir?“ und „Wie komme ich zum Bahnhof?“ reichen vollkommen aus. Der gute Wille zählt. Und seien wir mal ehrlich: Es zaubert uns doch auch immer ein Lächeln aufs Gesicht, wenn z. B. ein Touri im gebrochenen Deutsch und mit Akzent nach dem Weg fragt.
2. Nimm an Welcome Days teil
Ein absolutes Muss ist die Teilnahme an den Welcome Days Deiner Gastuniversität. Viele Universitäten veranstalten sowohl allgemeine als auch fakultätsspezifische Welcome Days. So war es zumindest bei mir an der Ghent University. Und ich sage Dir eins: Meine Teilnahme an diesen Veranstaltungen war die beste Entscheidung meines gesamten Auslandssemesters! Ich habe dort nicht nur meine beiden (mittlerweile sehr engen) internationalen Freundinnen kennengelernt, sondern auch jede Menge anderer internationaler Studierende. Natürlich fällt es schwer, mit allen Studis langfristig Kontakt zu halten. Der kulturelle Austausch – egal wie kurz oder lang er ist – ist trotzdem unbeschreiblich schön und wertvoll! Zudem organisieren die meisten Unis Campus-, Bibliotheks- und Stadtführungen, die ungemein helfen, die neue Umgebung kennenzulernen. Bei uns gab es damals sogar Gratisgutscheine für eine Bootstour, zwei Bier und eine Pommes. Das nenne ich Gastfreundschaft!
3. Sag Nein zu einer deutschen Bubble
Vermeide es, Dich ausschließlich mit deutschsprachigen Studierenden zu umgeben. Du willst schließlich neue Kulturen, Sichtweisen und Sprachen kennenlernen – das klappt nicht, wenn Du immer nur mit den gleichen Leuten sprichst. Zudem kann es etwas unhöflich oder eigenbrötlerisch herüberkommen. Vor allem wenn Du in einer größeren Gruppe mit verschiedenen Nationen unterwegs bist und Dich ausschließlich mit den deutschen Student:innen unterhältst. Natürlich musst Du nicht komplett auf deutsche Kontakte verzichten, aber reduziere sie bewusst. Als Faustregel: Maximal ein Viertel Deiner Kontakte sollte aus Deutschland stammen.
4. Zeige Respekt – Du bist Gast!
Behalte immer im Hinterkopf, dass Du ein Gast in einem anderen Land bist. Informiere Dich bereits vorab, ob es Gepflogenheiten in Deinem Zielland gibt, die Du beachten solltest, um nicht unhöflich zu wirken. Vor Ort solltest Du dann stets freundlich sein, kulturelle Unterschiede respektieren (zum Beispiel in Lautstärke, Religion oder Pünktlichkeit) und Dich aufrichtig bedanken, wenn Dir jemand hilft. Du repräsentierst nicht nur Dich selbst, sondern auch Dein Heimatland – hinterlasse also einen positiven Eindruck.
5. Suche Kontakt zu Einheimischen
Ein authentisches Gefühl für das Leben in Deinem Gastland bekommst Du nur im Kontakt mit Locals. Das ist selbst in der Uni oft nicht ganz leicht, weil Erasmus-Student:innen typischerweise unter sich bleiben. Zum einen wegen der gemeinsamen Events (Welcome Days, ESN-Events) und zum anderen wegen teils separater Lehrveranstaltungen. Versuche trotzdem stets auch Kontakt zu einheimischen Student:innen aufzubauen – zum Beispiel über Gruppenarbeiten. Und wer weiß, vielleicht entwickeln sich daraus ja wunderbare Freundschaften? Du kannst auch in den Austausch kommen, indem Du lokale Events besuchst, Dich (Hochschul-)Gruppen anschließt oder in einem WG-Zimmer bei Einheimischen wohnst. Gerade durch letzteres erfährst Du die Kultur hautnah!
6. Weniger ist mehr – überfordere Dich nicht
Stopfe während Deines Auslandssemesters Deinen Stundenplan nicht zu voll. Weniger als 30 ECTS pro Semester sind völlig okay, vor allem wenn Du neue Kurssysteme oder Sprachen bewältigen musst. Suche Dir zudem Kurse aus, die Dir vermutlich leichtfallen, sich dennoch gegebenenfalls bei Deiner Heimat-Uni anrechnen lassen – so habe ich es gemacht. Checke dazu frühzeitig das Curriculum Deiner Gast-Uni und lasse Dich an Deiner Heimat-Uni über Anrechnungsmöglichkeiten beraten. Um auf den Punkt zu kommen: Gönne Dir bewusst Freiräume und nutze so viel Zeit wie möglich, um Land und Leute kennenzulernen. Trete auch von anderen etwaigen Verantwortungen für die Zeit Deines Auslandssemesters zurück (z. B. ehrenamtliche Vorstandsarbeit). Viele haben dafür volles Verständnis, schließlich bietet sich Dir hier eine einmalige Möglichkeit. Es wäre mehr als schade, die ganze Zeit nur in Deiner kleinen Studienkammer mit Arbeit zu verbringen.
Also: Gehe raus, unternehme etwas – allein oder mit Freunden –, probiere Essen, Sportarten, etc. aus, besuche Kultur- und Kunstveranstaltungen, Städte und Nationalparks. Es ist Dein Abenteuer! Genieße es!
Fazit:
Dein Auslandssemester ist eine einmalige Chance. Mit Offenheit, Neugier und dem richtigen Maß an Vorbereitung machst Du daraus eine Erfahrung, die Du nie vergisst.
Autorin

Carolin Krieger (M.Sc. Molecular Life Sciences) beschreibt ihr Auslandssemester in Belgien als die beste Zeit ihres Lebens. Für sie sind Auslandsaufenthalte, egal welcher Art und Länge, eine echte Lebensbereicherung. Mit diesen Tipps soll auch Dein Auslandssemester zum echten Highlight werden.
Folgende Person hat ebenfalls mitgewirkt: Katja Gollas