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"Die Mehrwegbecher erobern die btS und damit sind wir jetzt nicht mehr becherlos."

ScieNews

Das Magazin der btS

Die ScieNews ist unser Vereinsmagazin, das einmal im Jahr zum Wintersemester erscheint und Artikel zu unterschiedlichen Themen rund um Studium, Karriere und natürlich die btS beinhaltet.

Auf dieser Seite findest Du einen ausgewählten Artikel aus der aktuellen Ausgabe zum Lesen, die komplette Ausgabe als PDF zum Download sowie die Ausgaben der vorangegangenen Jahre.

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An den Inhalten der ScieNews arbeitet jedes Jahr ein Redaktionsteam aus mehreren btSler*innen aus der AG PR. Wir diskutieren welche Themen in die neue Ausgabe sollen, schreiben Autor*innen an, führen Interviews und überarbeiten/korrigieren Texte. Für den Satz und das Layout ist die AG Grafik zuständig und sorgt jedes Jahr für ein tolles Design. Wenn Du auch mal Lust hast, an diesem Projekt mitzuarbeiten, dann melde Dich gerne direkt bei der AG PR.

 

Wir sind becherlos und brauchen das Geld!

Von Ahnungslosigkeit und Nachhaltigkeit

Mit ihrer Projektidee zur Anschaffung von nachhaltigen, wiederverwendbaren btS-Bechern, welche auf Veranstaltungen der btS anstelle von Einwegplastikbechern genutzt werden sollen, erhielt die GS-Bochum den zweiten Platz des Pitch your Project Wettbewerbs bei der Mitgliederversammlung im November 2019. Während die Vorstellung des Projektes im Wettbewerb selbst souverän gemeistert wurde, waren die Vorbereitungen dazu vergleichsweise chaotisch. 

 

Berlin, Freitag, der 15.11.19: Im Zimmer 133 der Jugendherberge Berlin Wannsee versammelte sich eine Gruppe junger Erwachsener. Was aus einiger Entfernung wie die wohl erfolgreichste Gruppenarbeit seit der Erfindung der kooperativen Didaktik aussah (alle Beteiligten waren tatsächlich in das Projekt eingebunden und nicht nur stumme Beobachter*innen), war in Wirklichkeit das direkte Ausmaß einer unerwarteten Erkenntnis. Während für die dort versammelten btS-Mitglieder der Geschäftsstelle Bochum bereits kurz vor der Teilnahme-Deadline klar war, dass eine Teilnahme an dem diesjährigen Pitch your Project (PyP) unerlässlich sein würde, fehlte bis dato das Wissen darüber, was die Beteiligung auf praktischer Ebene erforderte.  

Das Motto, mit welchem sie sich für den PyP qualifizierten, war jedoch bereits seit einiger Zeit eine Herzensangelegenheit und so konnte ihre Teilnahme mit folgenden Worten zusammengefasst werden: Herrlich unvorbereitet, aber höchst ambitioniert.  

In einer Nacht-und-Nebel-Aktion, die unter Fachpersonen sicherlich als „kostengünstige Erlebnispädagogik“ betitelt werden könnte, wurde der eigentliche Pitch kaum 24 Stunden vor seiner Aufführung vorbereitet. Zur großen Freude der Beteiligten führte dieser Zusammenschluss zu einer ansehnlichen Vorstellung, welche Dank dargelegten Ambitionen die notwendige Rhetorik mitbrachte, um von Erfolg gesegnet zu werden. So durfte sich die GS-Bochum über den zweiten Platz des PyP-2019 freuen. 

Mit der gewonnen Summe von 300 € wurden die heiß ersehnten wiederverwendbaren btS-Becher erworben. Eine Anschaffung, die mit vielen Vorteilen lockte. Besonders hervor stachen dabei jedoch zwei: Zum einen keine umweltverschmutzenden, auf Dauer teuren Einwegbecher mehr und zum anderen die Nutzung der Becher als Werbematerial. Überzeugend genug waren diese Punkte anscheinend nicht nur für einen Platz auf dem Siegertreppchen des alljährlichen PyP. Die Bestellung wurde nämlich kurzerhand aufgrund vielseitigen Interesses anderer Geschäftsstellen auf insgesamt 1058 Becher aufgestockt. 

Im Januar 2020 erreichte uns in Bochum endlich das fertige Produkt und kurz darauf folgte auch schon die erste Anwendung. Bei der Biologenparty zum Ende des Semesters mischte die btS Bochum mit und lieferte unter anderem die Becher, in denen der ikonische Grüne Wiese Cocktail ausgeschenkt wurde. Damit wanderte unser Logo durch fast jede Hand der zahlreich erschienenen Partygäste und findet sich auf allerhand Fotomaterial wieder. Gleichzeitig zeigte sich dadurch die Qualität der Becher, die eine wilde Studentenparty ohne Probleme überlebten. Ein weiterer Vorteil erschloss sich uns nach der Party: Der Aufwand der Aufräumarbeiten verkürzte sich deutlich, da die Becher den Weg zur Theke zurückfanden und nicht achtlos überall in der Party-Location stehen gelassen wurden. Das Projekt ist somit von ersten Erfolgen geprägt. 

Und nicht nur das: Dank der aufgestockten Bestellung genießen bereits 10 weitere Geschäftsstellen ihre eigenen btS-Mehrwegbecher, sodass wir in Zukunft auf vielen weiteren btS-Veranstaltungen auf Einwegplastik verzichten können. Einige weitere Becher lagern gerade für diesen Zweck auch bei der AG Kooperationen und warten nur noch auf freudige Abnehmer*innen.                                               
Die Mehrwegbecher erobern die btS und damit sind wir jetzt nicht mehr becherlos. 

Autorin: Jantje Mittwollen 

Pinguine retten in Brasilien

Ein Freiwilligenprojekt mit AIESEC: Anna-Lena hat drei Monate als Freiwillige in Brasilien in einer Tierauffangstation gearbeitet.

Wer träumt nicht davon auf einer wunderschönen Insel Gutes zu tun und verletzte Schildkröten oder Pinguine zu versorgen und wieder auszuwildern? Zusammen mit AIESEC konnte ich mir diesen Traum im Sommer 2019 erfüllen. Für knapp drei Monate war ich auf Florianópolis im Süden Brasiliens als Freiwillige bei der Tierauffangstation R3 Animal im Einsatz.  

Die meisten meiner Patienten waren Magellan-Pinguine, aber auch Fregattvögel, Albatrosse und andere Meeresbewohner habe ich versorgt. Mein Aufgabenbereich war dabei sehr vielfältig: Durch mein Biologiestudium konnte ich Blut- und mikrobiologische Analysen im Labor durchführen und habe zudem die Tierärzte bei der Versorgung der Tiere unterstützt. Mein absolutes Highlight war jedoch das Strandmonitoring. Denn dabei durfte ich bei Sonnenaufgang mit einem Quad über den brasilianischen Sandstrand düsen und nach angespülten verletzten Tieren suchen, die wir dann in der Station wieder aufgepäppelt haben. Leider kam jedoch unsere Hilfe für manche Tiere zu spät. Diese wurden dann zur Feststellung der Todesursache obduziert. Im Laufe der Zeit lagen neben Pinguinen auch riesige Karettschildkröten und sogar ein Delfin unter unserem Messer oder der Motorsäge – klingt brutal, ist aber bei der Obduktion einer Schildkröte schon mal notwendig. Diese Erlebnisse wurden aber durch sehr viele schöne Momente, zum Beispiel bei den Auswilderungen, definitiv wieder ausgeglichen. Durch dieses Projekt bin ich in ein Land gereist, das ich so wohl niemals besucht hätte und ich bin sehr froh darüber, diese Erfahrung gemacht zu haben.

Autorin: Anna-Lena Horsch

 

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Als dreifache Mutter ein Start-up gründen

Die Geschäftsführerin von Bex-Biotec hat diesen Schritt erfolgreich gewagt

Bex-Biotec ist ein junges StartUp-Unternehmen, das sich auf die Testung neuartiger Pflanzenbehandlungen spezialisiert hat. Durch die selbst entwickelten Bioassays können die Auswirkungen getesteter Substanzen auf Wachstum und Stresstoleranz monokotyler und dikotyler Pflanzen evaluiert werden. Im Interview mit der ScieNews spricht die Gründerin sowie dreifache Mutter Rebecca Melcher über den Weg von der Idee bis zur Firmengründung und über die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

 

Wir haben gelesen, Sie testen mit Ihrer Firma Pflanzenbehandlungen. Wie kamen Sie auf diese Idee und was ist das Besondere dabei?

Ja genau, wir entwickeln Testverfahren für Pflanzenbehandlungen, mit denen wir die Fragestellung unserer Auftraggeber möglichst eindeutig und wissenschaftlich klären können. Ich habe an der Uni Münster am Institut für Biologie und Biotechnologie der Pflanzen meinen Doktor gemacht und dabei ging es um Struktur- und Funktionsbeziehungen. Die Frage war eigentlich immer „Wie wirkt eine Substanz in der Pflanze“ und „Wenn ich etwas an der Substanz verändere, wie beeinflusst das die Wirkung in der Pflanze?“. Dabei habe ich ein Screening-Verfahren weiterentwickelt, das es an der Uni schon gab – um mit höherem Durchsatz screenen zu können und damit mehrere Proben gleichzeitig bearbeiten zu können. Nach meinem Doktor war klar, dass ich in Münster und Umgebung bleiben möchte, auch aus familiären Gründen. Da das Angebot dort für Biotechnologen aber nicht so berauschend war, habe ich überlegt, was ich sonst gut kann. Dabei ist mir klar geworden, dass ich mit diesem Testverfahren gut arbeiten kann und dadurch ist die Idee entstanden, diesen Test als Dienstleistung anzubieten.  

 

In einem Interview mit der Arbeitsstelle Forschungstransfer der Uni Münster sagten Sie, dass Sie sich schon immer vorstellen konnten, selbstständig zu sein. Also war Ihnen schon vor der eigentlichen „Produktidee“ klar, dass Sie einmal gründen werden?

Ich wollte immer gern selbstständig sein, aber ich habe noch auf die richtige Idee gewartet. Das geht mir heute noch so, wenn ich auf StartUp-Events Leute treffe, denke ich mir: „Das ist aber eine tolle Idee!“. Aber das, was man selbst kann und was man jeden Tag macht, kommt einem meistens ziemlich gewöhnlich vor. An der Stelle zu erkennen, dass das etwas ist, das nicht jeder kann, war für mich der größte Schritt.  

 

Als klar war, dass Sie mit Ihrer Idee der Testverfahren ein Unternehmen gründen möchten, woher kam die größte Unterstützung?

Für mich war noch nicht von Anfang an klar, dass ich mit der Idee gründen werde. Was mir viel gebracht hat, war das bereits erwähnte Gespräch mit der Mitarbeiterin der Außenstelle Forschungstransfer. Es war für mich der nächste logische Schritt, mit jemandem darüber zu sprechen, ob man mit dieser Methode von der Uni einen Forschungstransfer machen kann. Zuerst dachte ich, dass sie mich nach Hause schickt, aber sie war begeistert. Dann haben wir „spaßeshalber“ einen Antrag geschrieben und er ist angenommen worden, plötzlich hatte ich also gegründet. Ich habe wie gesagt auf die große Idee gewartet und immer gedacht es kommt jemand und sagt: „Das was du machst ist Blödsinn“. Das ist aber bis heute nicht passiert (lacht).  

 

Und dann haben Sie sich ein Team zusammengestellt?  

Ja genau, für das EXIST-Gründerstipendium brauchte man schon ein bestehendes Team, also musste ich innerhalb weniger Wochen eines „aus dem Boden stampfen“. Glücklicherweise hatte ich über die Uni einige Kontakte zu anderen Biolog*innen, deshalb war die Stelle leicht zu besetzen. Aber nach der/dem richtigen BWLer*in suche ich heute noch. Ich hatte zwischenzeitlich zwar jemanden im Team, das hat aber nicht so gut funktioniert.  

 

Dazu passt auch meine nächste Frage: Mussten Sie sich als Geschäftsführerin besonderes Wissen aneignen, welches man so im Biostudium nicht lernt?  

Nein, eigentlich nicht. Ich habe im Studium selbst schon ein bisschen BWL gemacht – im Biotechnologie-Studium konnte man sich in Richtung Bioökonomie und auch Patentrecht fortbilden. Im Grunde genommen sind das alles nur Sachen, die man verstehen muss und die man sich aneignen kann. Das Schwierigste ist tatsächlich das fremde Vokabular. Ich habe immer noch Probleme, wenn ich mit meiner Steuerberaterin oder dem Bankberater über Konten spreche. Ich bin immer sofort bei dem Bankkonto, aber die verbuchen alles auf irgendwelche Konten (lacht). Das ist einfach eine Art Begrifflichkeit im Rechnungswesen.  

 

Also kann man gut durch „learning by doing“ in die Rolle hineinwachsen?

Ja. Ich glaube zwar, dass viele Sachen schneller gehen würden, wenn ich das gelernt hätte oder wenn ich BWLerin wäre. Aber unterm Strich funktioniert das alles trotzdem.  

 

Nun zum familiären Part: Wie haben Sie es geschafft die Firmengründung mit der Familiengründung in Einklang zu bringen?  

Ich habe bereits während des Studiums meine Kinder bekommen, d.h. im Masterstudium hatte ich bereits eine einjährige Tochter. Dadurch hatten wir schon immer diesen Balanceakt zwischen Kinderbetreuung, Arbeit und Studium. Zum Ende des Doktors hatte ich dann drei Kinder und bis dahin waren mein Mann und ich schon ein eingespieltes Team bezüglich Kinderbetreuung. Mein Mann ist bei der Polizei und arbeitet im Schichtdienst und dann ist er manchmal um 12 Uhr nach Hause gekommen und ich bin erst um 12 Uhr auf die Arbeit gegangen. Wir haben das schon immer irgendwie jongliert. Außerdem arbeitet man in einem kleinen Zeitfenster meiner Meinung nach effektiver. Wenn man ganz ehrlich ist: Ich schaffe an einem 8-Stunden-Tag das Gleiche wie an einem 5-Stunden-Tag. Natürlich gibt es Sachen, die wichtig sind oder die liegen bleiben und das muss dann eben noch nachts gemacht werden. Aber ich glaube dieses Problem hat man auch ohne Kinder.  

 

Hatten Sie in der Promotion das Gefühl, dass das gut machbar war? Waren die Professoren flexibel?

Ja. Ich hatte ein Stipendium von der DFG und die sind extrem kinderfreundlich. Dadurch habe ich extra Geld für die Kinder erhalten und ich hatte von vornherein vier Jahre Zeit für die Promotion. Und mein Professor, der auch ziemlich kinderfreundlich ist, hat mir eine 35-Stunden-Woche ermöglicht.

 

Das klingt sehr positiv! Gut zu hören, dass dieser Spagat funktionieren kann, wenn man das möchte.  

Ja genau das ist der Punkt. Ohne jemandem zu nahe treten zu wollen, aber ich glaube die Leute, die während der Promotion ein Kind kriegen und dann nicht fertig promovieren, hatten schon vorher Probleme. Ich denke, wenn man das wirklich möchte, kann man arbeiten und erfolgreich promovieren, auch mit Kindern. Wenn man alleinerziehend ist, ist das wahrscheinlich eine andere Sache. Aber das ist bei mir zum Glück nicht der Fall.

 

Hatten Sie zu irgendeinem Zeitpunkt das Gefühl sich zwischen Arbeit und Familie entscheiden oder Abstriche machen zu müssen?

Vielleicht ist das ein persönliches Problem, aber ich habe immer das Gefühl, dass ich zu wenig arbeite und ich habe immer das Gefühl, dass ich zu wenig zuhause bin. Also ja, ich habe immer das Gefühl, dass irgendetwas zu kurz kommt. Aber richtige Abstriche musste ich bisher selten machen.

 

Okay dann kommen wir auch schon zur letzten Frage: Haben Sie einen Rat an Naturwissenschaftler*innen, die Familie und Firmengründung (oder Familie und Karriere) erfolgreich vereinen möchten?  

Das richtet sich nicht speziell an Naturwissenschaftler*innen, aber: Kinder kriegen ist immer eine Herausforderung. Man muss es als Chance ansehen. Man kann es nicht planen und es kann auch nichts schief gehen und für mich war es das Beste, das mir je passiert ist. Mein Rat wäre: einfach machen!

Interview und Abschrift: Theresa Mößer

 

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